Architektonisches Konzept
Die Generalsanierung und Adaptierung des ehemaligen Amtsgebäudes in unmittelbarer Nähe des Stephansplatzes sieht eine umfassende Modernisierung unter Berücksichtigung des Altbestandes vor.
Erbebenkompensation Bestand
Die geplante Generalsanierung sieht in einigen
Bereichen einen großzügigen Abbruch von primärlastabtragenden Wänden sowie
aussteifenden Zwischenwänden vor.
Diese Bauteile,
welche neben der vertikalen Lastabtragung auch als Widerstand gegenüber horizontal wirkender Einwirkungen wie Wind und im Besonderen seismischen
Einwirkungen (Erdbeben) dienen, werden gemäß den aktuell gültigen behördlichen
Vorschriften durch bauliche Maßnahmen kompensiert.
Hierbei wird eine mit den geplanten Umbaumaßnahmen kompatible und somit besonders wirtschaftliche Kombination aus Verstärkung der bestehenden Decken sowie Neuerrichtung von vertikal stehenden Stahlbetonscheiben projektiert. Zum Teil werden bestehende Mauerwerkswänden durch eine sog. Verpressung und durch das Anbringen von Flachstahlbändern soweit ertüchtigt, dass diese Wände zur Abtragung des Horizontalschubes herangezogen werden können. Somit kann in beengten Bereichen der Raumverlust durch zusätzliche Wandflächen eingeschränkt werden.
Die Gründung dieser Stahlbetonscheiben erfolgt über ca. 70 Kleinbohrpfähle.
Unter
Berücksichtigung des geplanten Raumkonzeptes wurden Bereiche ausgewählt, welche
durch bauliche Maßnahmen soweit ertüchtigt werden, dass sich über
zusammenhängende Bereiche schubsteife Deckenflächen ausbilden.
Dies
dient der kräftemäßigen Aktivierung der neu errichteten Stahlbetonwände bzw.
der ertüchtigten Mauerwerkswand und ist somit Bestandteil der behördlich
vorgeschriebenen Kompensationsmaßnahmen.
Vor allem aber erfolgt dadurch in weiterer Folge eine weit über die vorgeschriebenen Ersatzmaßnahmen hinausreichende Verbesserung und Aufwertung des Bestandes.
Begrünung der Hofbereiche
Im Hofbereich Wollzeile 1 wird eine Tragstruktur errichtet, welche einerseits als Kletterhilfe für die Bepflanzung dient und andererseits die vorhandene, sehr schlanke Brandwand stabilisiert. Diese Stabilisierung ist vor allem in Hinblick auf seismische Einwirkungen erforderlich.
Im Hof Wollzeile 3 wird in der Ebene über dem ersten Obergeschoss ein Trägerrost, welcher zur Befestigung von Rankpflanzen dient, errichtet.
Sanierung Glasdach Hof Wollzeile 1
Das
neue Konzept sieht vor, die beiden Glasebenen (Dachhaut und Unterdach) insofern
zu sanieren, dass erstens moderne bauphysikalische Anforderungen und zweitens
moderne Tragwerkssicherheitsniveaus erfüllt werden können.
Im
Zuge der Sanierung wird insbesondere auf die Konservierung der unter
Denkmalschutz stehende Eisenkonstruktion geachtet.




